Liebe Renate Seeger, du bist seit nunmehr 43 Jahren im TSV Spandau 1860 e.V. und gehörst damit zu unseren treuesten Mitgliedern. Wie bist du zum TSV gekommen?
Es begann auf einer Familienreise des Bezirksamtes Spandau. Eine Sportlerin des Vereins begleitete uns als Animateurin und machte Sport und Spiele mit den Kindern. Ich unterstützte sie dabei, denn die Gruppe war sehr groß. Meine beiden Töchter waren begeistert und unsere Übungsleiterin überzeugte sie, ihrem jeweiligen Talent und ihrer Neigung entsprechend in den Verein einzutreten.
Wir drei traten also im September 1978 in den TSV 1860 ein - in die Schwimmgruppe, in die Leichtatletikabteilung und ich in die Turnerinnenabteilung. Meine Kinder begleitete ich und wurde gerne als Hilfskraft in Anspruch genommen. Ich selbst trainierte in der Seniorenguppe der Schwimmabteilung, nahm selbst an Seniorenwettkämpfen teil und begleitete Wettkämpfe der Kinder, so auch beim wöchentlichen Training. Dasselbe tat ich in der Leichtatlethik. Es gab immer Zuarbeiten, die man als Laie tun konnte.
Du bist integraler Bestandteil unserer Frauengymnastikabteilung. Wie ist es schlussendlich dazu gekommen?
Nach 10 Jahren Sport bei den Turnerinnen gründeten Helga Fila und ich eine eigene Abbteilung, in der nur noch Gymnastik angeboten wurde. Zwölf Damen und Simone Scharlach als Trainerin verließen die Turnerinnen. Es passte alles, denn Simone machte gerade ihre Ausbildung als Physiotherapeutin. Wir Starter waren alle über 45 Jahre alt und nahmen auch nur neue Mitglieder ab diesem Alter auf. Der Zulauf war groß, bei 50 mussten wir eine Sperre aussprechen. Mein Engagement im Verein erweiterte ich mit diversen Freizeitaktivitäten wie Wanderungen, Kurzreisen, Besichtigungen, Fahrradtouren, Schnitzeljagden und vieles mehr. Die sechs Wochen Schließzeit der Sporthalle waren hierfür ideal für uns. In der Halle übten wir Tänze, sangen regelmäßg und spielten Wettspiele. Die Unterhaltungsbeiträge zum gemeinsamen Frauenturnen mussten geübt werden. Dies alles machte aus unserer Frauenabteilung nach 34 Jahren ein festes Sozialgefüge. Wir hatten in der Gruppe einige "Entertainer", die gerne ihre Beiträge dazu gaben.
Seit Mai dieses Jahres haben wir unseren Club 1860, den du federführend begleitest. Was versteckt sich dahinter?
Nun sind wir in dem Alter, wo manch eine der Damen meint, es ginge nichts mehr und es wäre besser, mit dem Sport aufzuhören. Ich meine jedoch, es geht noch alles, nur anders. In Bewegung zu bleiben, muss überzeugend vermittelt werden - und das ist die große Aufgabe. Deshalb haben wir den Club 1860 gegründet, um abteilungsübergreifend die Trägheit der letzten zwei Jahre, insbesondere durch Corona, zu überwinden, um gemeinsam Freude am Sport wiederzuentdecken und auch außerhalb der Hallen gemeinsam auf Erlebnistouren zu gehen. Unser Motto lautet: Gut zu Fuß und mit Neugier im Kopf.
Es hat sich leider noch nicht herumgesprochen, was in unserem Clubraum alles möglich ist - nahezu alles. Einfach nur Kaffeeklatsch, Spielerunden, Werken und Handarbeiten, Vorlesungen, Vorträge und alles, was uns und euch interessiert. Die Einladungen sind an alle Abteilungen mit der Hoffnung versandt worden, dass viele diese Chance nutzen, die Wünsche zu verbreiten und den Club mit Leben zu füllen. Unsere Vereinsmanager meinen: "ALLES IST MÖGLICH!"
Informationen und Flyer sind schon verbreitet worden und hier im Vereinsheim auch noch zu haben. Macht doch mal einen Ausflug hier her und bringt Nachbarn und Freunde mit. Es lohnt sich. Ihr könnt dabei gleich mal eine Runde an den Fitnessgeräten im Askanier-Gym drehen.
Was habt ihr in nächster Zeit im Rahmen des Clubs 1860 vor?
Wir planen eine Adventsfeier, vielleicht Ende November, mit weihnachtlichem Programm, anstatt gemeinsam zu turnen. Deshalb ist das Treffen der Abteilungsleiter und Trainer wichtig, dass wir vor Kurzem terminiert und kommuniziert haben.
Renate, ich danke dir für deine Zeit und wünsche euch alles Gute bei euren weiteren Vorhaben für den Verein und insbesondere für den Club 1860. Weitere Informationen zum Club 1860 können hier gefunden werden. Das Interview führte Matthes Westphal.